Motivation

Die ersten 20 Stunden

Auf der Suche nach Abwechslung begegnet man vielen spannenden und neuen Herausforderungen, die das Leben bereichern. Die Neugier treibt uns dazu, sie auszuprobieren und mit Geduld und Übung schaffen wir es, diese neuen Dinge zu erlernen. Ob Gitarre spielen, eine Sprache lernen, ein Handarbeitsprojekt, etwas Sportliches oder Intellektuelles – jede Tätigkeit kann von Grund auf neu erlernt werden.

You can never be overdressed or overeducated.

Oscar Wilde

Es gibt viele Theorien zum menschlichen Lernprozess. Die sogenannte „10.000 Stunden Regel“ von Anders Ericsson von der Florida State Univertity besagt, dass es genau 10.000 Stunden dauert, um in einer Sache zum Meister zu werden. Demgegenüber steht die These des Autors Josh Kaufman: Er behauptet, dass es eine deutlich geringere Zeit braucht – nämlich nur 20 Stunden – bis man eine Sache ganz gut beherrscht. Für die meisten Themengebiete sei ein mittleres Kompetenzlevel absolut ausreichend. Sein Buch The first 20 hours wird zum internationalen Bestseller.

Der untere Graph beschreibt den Zusammenhang zwischen eingesetzter Übungszeit und dem resultierenden Lernerfolg. Gerade zu Beginn eines Übungsprozesses ist die Lernkurve steil. Um sich dann noch weiter zu verbessern, bedarf es viel mehr Zeit. Ab einem gewissen Kompetenzlevel braucht es zusätzlich spezielles Talent.

Wie sehen die ersten 20 Stunden aus?

Um in 20 Stunden wirklich zum Lernerfolg zu gelangen, muss diese Zeit möglichst intensiv und konstruktiv gestaltet werden:

  1. Unterteilung der zu erlernenden Fähigkeit und Zielsetzung. Der Inhalt der neuen Fähigkeit muss in kleine und präzise Teilaufgaben eingeteilt werden. Es muss herausgearbeitet werden, welche Punkte zum Erlernen benötigt werden. Dieser Schritt ist auch für die Zielsetzung hilfreich: Welche Aspekte sollen erlernt werden? Auf dieses Ziel fällt dann der Fokus.
  2. Lernen durch Selbstkorrektur. Ein Teil des Lernvorgangs besteht aus Nachmachen und Abschauen. Dies dient als Starthilfe, doch der Lernerfolg durch selbstständiges Erkennen von Fehlern und wiederholtes Ausprobieren ist deutlich größer.
  3. Volle Konzentration. Beim Üben gibt keine Ablenkung durch Handys, Fernseher oder Internet.
  4. Mindestens 20 Stunden üben. Zu Beginn gibt es oft eine Schwelle der Frustration. Niemand wird gerne mit der Tatsache konfrontiert, dass er etwas (noch) nicht kann. Auch wenn es logisch erscheint, dass manches nicht gleich von Anfang an klappen kann, bedarf es dennoch Motivation, um die anfänglichen Hürden zu meistern, bis sich die ersten Erfolge einstellen können.

Es ist erforderlich, dass die ersten 20 Stunden so strukturiert wie möglich und auch gleichzeitig so motivierend wie möglich gestaltet werden.

Adventszeit

Die 20 Stunden müssen also geschickt in kleine Einheiten verpackt werden und mit etwas Kreativität zum Weitermachen motivieren. Was eignet sich hierfür besser als die 24 Türchen eines Adventskalenders? Die Weihnachtszeit ist eine beSINNliche Zeit. Durch die Konzentration auf eine einzelne Tätigkeit kommen wir zur Ruhe und geben dieser Zeit einen speziellen und wertvollen Sinn.

Zähl nicht deine Tage. Mach, dass deine Tage zählen.

Muhammad Ali

Als Kind konnten wir uns in der Weihnachtszeit kaum zurückhalten die Türchen des Adventskalenders nicht alle auf einmal zu öffnen. Das Warten auf den nächsten Tag, bis es endlich so weit war und man gleich am Morgen nach dem Aufwachen das Türchen mit der richtigen Zahl öffnen durfte, schien eine sehr schwierige Aufgabe zu sein. Auch wenn der Kalender nur Schokolade in weihnachtlichen Formen enthielt, war die Aufregung und die Freude sehr groß. Die 24 Tage bis Weihnachten nehmen eine greifbare Form an und die Übung in Geduld und das Erlebnis der Vorfreude sind eine Erfahrung, die wir bis ins Erwachsenenalter mitgenommen haben.

Genau diese 24 Türchen eigenen sich perfekt um die Theorie von Josh Kaufmann mit Freude und Spannung in die Tat umzusetzen. Kindheitserinnerungen werden uns die notwendige Motivation schenken, um Neue vorhaben in die Tat umzusetzen.

Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.

Oscar Wilde

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